Was ist eine Landeskirchliche Gemeinschaft?

projekt:k – kirche für freiham“ gehört zum großen Pool der Landeskirchlichen Gemeinschaften in Deutschland. Diese sind im Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband deutschlandweit zusammengeschlossen.

Landeskirchliche Gemeinschaft – was ist das?“ werden wir immer wieder gefragt. 
Zwei wesentliche Merkmale stecken schon im Namen: 

landeskirchlich“, denn wir sind ein Teil der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Bayern (durch den Hensoltshöher Gemeinschaftsverband und den Gnadauer Gemeinschafts-Verband). Unser Glaube an Jesus Christus beruht auf der Bibel und den evangelischen Bekenntnisschriften. Als Landeskirchliche Gemeinschaft sind wir durch und durch evangelisch. Darum ist es uns wichtig, mit der evangelischen Kirche und den Pfarrern vor Ort eine gute Zusammenarbeit zu haben.

Gemeinschaft“, denn als Menschen, die sich zu Jesus halten (egal ob evangelisch, katholisch, freikirchlich oder konfessionslos) ist es uns wichtig, eine echte, herzliche und fürsorgliche Gemeinschaft miteinander zu teilen. Darum treffen wir uns regelmäßig in den Häusern, in der Kirche und im Gemeindehaus oder in öffentlichen Plätzen. So manche Landeskirchliche Gemeinschaft hat auch eigene Räumlichkeiten, in denen sie sich regelmäßig treffen. Uns ist wichtig zu betonen, dass wir eine Laienbewegung sind. Trotzdem haben manche LKGs einen Prediger oder Gemeinschaftspastor angestellt, der durch Spenden finanziert wird.

Wofür steht LKG (kurz für „Landeskirchliche Gemeinschaft“) noch? 

Mit „landeskirchlich“ und „Gemeinschaft“ wurden ja bereits zwei Werte bereits genannt, ergänzen wollen wir noch folgende fünf Schwerpunkte:

Bibel: Wir Menschen, die sich zur Landeskirchlichen Gemeinschaft halten, haben die Bibel als Gottes Wort, Ermutigung und Unterstützung für unseren Alltag entdeckt. Darum ist es uns wichtig, regelmäßig die Bibel zu lesen, in kleinen Gruppen zu besprechen und daraus eine Richtungsweisung Gottes für unser Leben zu erhalten. 

Gebet: Wir Menschen, die sich zur Landeskirchliche Gemeinschaft halten, haben erfahren, dass Gott Gebete erhört und dass wir im Gebet neue Kraft empfangen können. Darum beten wir miteinander und füreinander, für die Gesellschaft und alles sonst, was uns aufs Herz gelegt ist. Gemeinsam teilen wir Freude und Leid. 

Nachfolge & Glaube im Alltag: Wir Menschen, die sich zur Landeskirchlichen Gemeinschaft halten, wollen unserem Vorbild Jesus Christus nachfolgen und in seinen Fußspuren gehen. Wir glauben, dass Christ-sein nicht nur am Sonntag Morgen stattfindet, sondern dass Glaube jeden Tag der Woche Auswirkungen auf unser Leben hat. Wir haben erfahren, dass der Heilige Geist Gottes und die Gemeinschaft der Gläubigen uns dabei helfen. 

Mission & Diakonie: Wir Menschen, die sich zur Landeskirchlichen Gemeinschaft halten, gehen offen mit unserem Glauben um und laden Menschen jedes Alters, jeder Religion, jeder Herkunft etc. dazu ein, mehr vom christlichen Glauben zu erfahren und (wieder oder erstmalig) zu entdecken, welche Schätze darin liegen. Wir schotten uns nicht von der Gesellschaft ab, sondern suchen nach Möglichkeiten, wie wir positiv auf die Gesellschaft  einwirken können. Als Laienbewegung glauben wir, dass Gott uns allen gute Fähigkeiten und Talente gegeben hat, die wir zum Nutzen für Kirche und Gesellschaft einbringen wollen.  

Persönliche Glaubenserfahrungen: Wir Menschen, die sich zur Landeskirchlichen Gemeinschaft halten, glauben, dass Gott keine reine Idee, alte Religion oder Philosophie ist, sondern dass wir auch heute noch Erfahrungen mit Gott machen können. Alle bisher genannten Schlagworte (Gemeinschaft, Bibel, Gebet, Nachfolge & Glaube im Alltag, Mission & Diakonie) sollen uns dabei unterstützen. 

Eine kleine Geschichtsstunde:

(geliehen von der Webpräsenz des Gnadauer Verbandes www.gnadauer.de)

Die Wurzeln der Landeskirchlichen Gemeinschaften und der Gemeinschaftsbewegung liegen in…

Reformation

Die zentralen Anliegen der Reformation wurden von der Gemeinschaftsbewegung aufgenommen (solus Christus, sola scriptura, sola fide, sola gratia – allein Christus, allein die Schrift, allein der Glaube, allein durch Gnade). Ebenso grundlegend erwies sich die biblisch-theologische Lehre vom Priestertum aller Glaubenden und die von Martin Luther in der Einleitung zur Deutschen Messe (1525) ausgeführte „dritte Form des Gottesdienstes“.

Pietismus

Philipp Jacob Spener, August Hermann Francke und auch Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf prägten mit ihren bedeutenden Neuansätzen, wie der geistlichen Reform der Kirchen, den „collegia pietatis“, als kleine Gruppen, die sich neben dem Gottesdienst zum Bibellesen und Gebet treffen, der Hoffnung auf bessere Zeiten, der Verbindung von Glaube, Bildung und diakonischem Handeln, dem gemeinschaftlichen und missionarischen Ansatz. Besonders in Württemberg, wo etwa Johann Albrecht Bengel wirkte, entstanden Gemeinschaften, die sich später der Gemeinschaftsbewegung anschlossen.

Erweckungsbewegung

Geistliche Aufbrüche in vielen Regionen Deutschlands und Mitteleuropas belebten die evangelische Christenheit. In Württemberg ist etwa Ludwig Hofacker, in Hamburg Johann Hinrich Wichern zu nennen. Einige der zu Gnadau gehörenden Verbände und Werke haben ihre Ursprünge in dieser Zeit.

Der Evangelische Gnadauer Gemeinschaftsverband HEUTE:

Der Evangelische Gnadauer Gemeinschaftsverband ist die Dachorganisation der landeskirchlichen Gemeinschaftsbewegung in Deutschland, in Österreich und in den Niederlanden. Er ist die größte freie Bewegung im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Als Dachverband ist er der Zusammenschluss der regionalen Gemeinschaftsverbände und der mit ihnen verbundenen Werke:

  • 34 regionale Gemeinschaftsverbände, zwei davon in Österreich
  • 6 Jugendverbände
  • 13 Bibelschulen / theologische Seminare / Hochschulen
  • 6 Missionsgesellschaften
  • 16 Diakonissen-Mutterhäuser
  • 13 Werke mit besonderer Aufgabenstellung
  • 16 diakonische Einrichtungen

Über den „Pietismus“ (lat.: „Frömmigkeit“, also die evangelische Tradition oder Prägung, welche sich Landeskirchliche Gemeinschaft zugehörig fühlen) gibt es ein informatives und kurzweiliges Video:
In der Erklärung zwischen Evangelischer Kirche Bayern und dem Verband der Landeskirchlichen Gemeinschaften (dem Gnadauer Gemeinschaftsverband) von 2016 heißt es: 

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ist dankbar für das Wirken der landeskirchlichen Gemeinschaftsverbände und ihrer Gemeinschaften innerhalb und als Teil der evangelischen Kirche. Angehörige der landeskirchlichen Gemeinschaftsverbände sind vielfach auch in ihren jeweiligen Kirchengemeinden selbstverständlich aktiv und wirken dort beim gottesdienstlichen und gemeindlichen Leben mit. Ein vom Pietismus geprägter Glaubens- und Lebensstil kann im Miteinander mit anderen Glaubens- und Lebensstilen eine wertvolle Bereicherung für eine Kirchengemeinde darstellen. Die landeskirchlichen Gemeinschaftsverbände, die ihre Wurzeln im Pietismus und der Erweckungsbewegung haben, wissen sich ihrerseits bei aller eigenständigen Entwicklung in der evangelischen Kirche beheimatet. Sie sind freie Werke innerhalb der Landeskirche und verstehen sich als Laienbewegung. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und die landeskirchlichen Gemeinschaftsverbände erfüllen den gemeinsamen Auftrag in eigener Verantwortung, in gegenseitiger Achtung und Ergänzung. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und die landeskirchlichen Gemeinschaftsverbände bekennen Jesus Christus als den Herrn seiner Gemeinde und wissen sich von ihm gemeinsam in seinen Dienst gestellt. Grundlage und Richtschnur dieses Dienstes ist das Evangelium, wie es in der Heiligen Schrift gegeben und in den reformatorischen Bekenntnissen bezeugt ist. Gemeinsam wirken sie durch Zeugnis in Wort und Tat am Aufbau und Erhalt der Gemeinde Jesu Christi mit. Vielerorts versteht sich eine kirchliche Zugehörigkeit heute nicht mehr von selbst. Traditionsabbrüche erschweren einen lebendigen Zugang zur Gemeinde Jesu Christi und die Weitergabe des Evangeliums. In dieser Situation wollen auch landeskirchliche Gemeinschaften ihre missionarischen Möglichkeiten innerhalb und für die Kirche stärker wahrnehmen. In Anerkennung des gemeinsamen Auftrags wollen die EvangelischLutherische Kirche in Bayern und die landeskirchlichen Gemeinschaftsverbände ihr missionarisches Bemühen verstärken und im gewachsenen gegenseitigen Vertrauen und auf geordneter Grundlage weitere Beziehungen und Möglichkeiten sinnvoller Kooperation aufzeigen.“

Die ganze Erklärung ist nachzulesen und steht zum Download bereit: Klick hier

Wenn du es bis hier geschafft hast, bist du richtig gut 🙂 Sollten doch noch Fragen da sein oder wenn sich durch das Lesen dieses langen Textes erst noch Fragen ergeben haben, würden wir uns freuen, wenn du in Kontakt mit uns trittst.

willkommen bei projekt:k

kirche für freiham neuaubing aubing „wie würde kirche aussehen, wenn du sie mitgestalten könntest? wie würde kirche aussehen, wenn wir nochmal von vorne beginnen könnten? wie würde kirche aussehen, wenn kirche wieder zurück in den alltag kommen würde (in die wohnzimmer, cafes, biergärten, spielplätze…), wie ganz zu beginn in der bibel?“ li-anne und stefan hoess„willkommen bei projekt:k“ weiterlesen

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